Kundengewinnung in Österreich: Was erlaubt ist, was es kostet und welche Förderung es 2026 noch gibt
Neue Kundschaft kostet nicht immer Geld, aber manche Wege sind verboten. Hier siehst du, was in Österreich erlaubt ist, was es kostet und welche Förderung noch übrig ist.

Für einen kleinen Betrieb in Österreich kosten die besten Wege zu neuer Kundschaft vor allem Zeit: ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Empfehlungen und eine Website mit klarem nächsten Schritt. Bezahlt wird bei Postwurf, adressierten Briefen und Online-Werbung. Werbeanrufe und Werbe-E-Mails an Fremde ohne vorherige Einwilligung sind nach § 174 TKG 2021 nicht erlaubt, auch nicht an Firmen. Und die bekannte Förderung KMU.DIGITAL ist für 2026 ausgeschöpft.
Ich habe die Preise und den Förderstand am 31. Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten nachgeschaut, die Rechtshinweise am 1. November 2026 auf der WKO-Seite. Ich bin kein Jurist, das hier ersetzt keine Rechtsberatung.
Welche Wege der Kundengewinnung sind in Österreich erlaubt?
- Google-Unternehmensprofil: erlaubt, kostet 0 Euro.
- Einträge in Verzeichnissen (WKO Firmen A-Z, Herold): erlaubt. Was ein Eintrag kostet, steht bei den Anbietern, die Bedingungen ändern sich.
- Bewertungen und Empfehlungen: erlaubt, solange sie echt sind. Kosten: nur Zeit.
- Flyer per Postwurf (unadressiert): erlaubt. Die Post nennt für Info.Post Classic einen Preis ab 0,1082 Euro pro Stück, dazu kommen Druck, Werbeabgabe und Umsatzsteuer.
- Adressierter Brief: erlaubt, § 174 TKG gilt für Anrufe und elektronische Post, nicht für Briefe. Datenschutz (DSGVO) und die Robinsonliste beachten. Kosten: Porto und Druck pro Brief.
- Google Ads sowie Facebook- und Instagram-Werbung: erlaubt. Das Budget legst du selbst fest.
- Werbe-E-Mail oder SMS an Fremde: nur mit vorheriger Einwilligung.
- Werbeanruf (Kaltakquise am Telefon): nur mit vorheriger Einwilligung, auch bei Firmen.
Die Kosten für Flyer und Postwurf habe ich in Flyer und Postwurf in Österreich durchgerechnet. Wie du ein Tagesbudget bei Google sinnvoll wählst, steht in Google Ads für lokale Betriebe.
Womit fange ich an, wenn ich kein Werbebudget habe?
Mit allem, was 0 Euro kostet, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Gefunden werden. Wer einen Betrieb in der Nähe sucht, schaut zuerst bei Google und auf der Karte. Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil mit Kategorie, Öffnungszeiten und echten Fotos ist der wichtigste Schritt. Dazu passende Branchenverzeichnisse mit überall gleich geschriebenem Namen, Adresse und Telefonnummer.
- Vertrauen zeigen. Bitte zufriedene Kunden kurz nach dem Auftrag um eine Bewertung. Wie das ohne Peinlichkeit geht, steht in Mehr Google-Bewertungen.
- Anfragen leicht machen. Eine Website muss nicht groß sein, aber sie muss in einem Satz sagen, was du für wen machst, und einen klaren nächsten Schritt haben. Mehr dazu in Mehr Anfragen über die Website.
- Empfehlungen aktiv holen. Frag zufriedene Kunden und Partnerbetriebe direkt. Ideen dazu in Mundpropaganda gezielt anstoßen.
Fünf Dinge, die du davon in einer Woche schaffst, habe ich in Kunden gewinnen ohne Werbebudget zusammengestellt.
Darf ich Firmen einfach anrufen oder anmailen?
Nein, nicht ohne vorherige Einwilligung. Laut WKO sind Anrufe zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung unzulässig, auch wenn sie nur dazu dienen, einen ersten Kontakt herzustellen. Dasselbe gilt für Werbe-E-Mails und SMS. Dass deine Kontaktdaten im Internet oder im Telefonverzeichnis stehen, gilt laut WKO nicht als Zustimmung. Verstöße können als Verwaltungsstrafe geahndet werden.
Eine Ausnahme gibt es für eigene Kunden: Wer bei dir schon gekauft hat, darf per E-Mail Werbung für eigene ähnliche Produkte oder Leistungen bekommen, wenn er bei der Erhebung der Adresse und bei jeder Nachricht kostenlos und einfach ablehnen kann und die Zusendung nicht von vornherein abgelehnt hat.
Erlaubt ist dagegen der adressierte Brief. Wenn du Adressen dafür kaufst, frag beim Adressverlag nach, ob die Robinsonliste berücksichtigt ist. Wie ein solcher Brief an Firmen aussehen kann, zeige ich in Neue Firmenkunden gewinnen.
Was kostet bezahlte Werbung wirklich?
Bei Online-Werbung legst du das Budget selbst fest. Bei Google Ads gibst du laut Google am Ende des Monats nicht mehr als das 30,4-Fache deines durchschnittlichen Tagesbudgets aus, bei 10 Euro pro Tag also höchstens 304 Euro. Beim Postwurf rechnest du pro Haushalt: Bei 2.000 Haushalten und dem Einstiegspreis von Post Classic sind das rund 216 Euro netto nur für die Zustellung, ohne Druck.
Mein Rat: Leg vorher fest, was als Erfolg zählt, zum Beispiel ein Anruf oder eine Anfrage, und zähl mit. Wie du das ohne Technik machst, steht in Anfragen messen. Ohne die Grundlagen von oben verpufft Werbegeld meistens.
Welche Förderung gibt es 2026 noch für Kundengewinnung und Digitalisierung?
Weniger als viele denken. Stand 31. Oktober 2026:
- KMU.DIGITAL (Bund): Auf kmudigital.at steht, dass das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist. Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich, und das Programm wird ab 2027 nicht fortgeführt.
- digi4Wirtschaft (Niederösterreich), „digi Investition: data“: Anträge von 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 oder bis das Budget weg ist. Gefördert werden laut WKO bis zu 20 Prozent, die förderbaren Kosten müssen mindestens 5.000 Euro betragen, der Zuschuss ist höchstens 25.000 Euro. Es geht um Projekte zur Nutzung von Daten. Ob eine einfache Website darunter fällt, steht dort nicht, frag vor dem Antrag bei der WKNÖ nach.
- Kostenlose Beratung: Die WKNÖ bietet einen kostenlosen Website- und Webshop-Check (Basic) durch das E-Commerce-Service an.
Wenn du in einem anderen Bundesland bist: Die WKO-Förderdatenbank listet die Programme pro Land.
Deine nächste Woche
- Google-Profil vollständig machen und fünf echte Fotos hochladen.
- Fünf zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten.
- Auf der Startseite einen klaren Satz und einen Anruf-Button einbauen.
- Drei Menschen nach einer Empfehlung fragen.
- Erst dann entscheiden, ob du Geld für Postwurf oder Werbung ausgibst, und vorher festlegen, wie du den Erfolg zählst.
Den ganzen Ablauf mit Vorlagen gibt es kostenlos im Leitfaden.
Offen gesagt: Ich betreibe neben Servus Kundschaft auch Klickfest, dort mache ich alte Websites von kleinen Betrieben neu, ab 290 Euro Fixpreis, bezahlt wird erst bei Abnahme. Und wenn du lieber bei den Kunden anfängst, die schon einmal da waren: Kundenlupe zeigt dir, wer lange nicht mehr gekommen ist, und deine Liste bleibt dabei auf deinem Computer.
Erlaubt und günstig: Google-Profil, Bewertungen, Empfehlungen, Website, adressierter Brief. Nicht erlaubt ohne Einwilligung: Werbeanruf, Werbe-E-Mail, SMS.
Häufige Fragen
Darf ich Werbe-E-Mails an Firmen schicken?
Nicht ohne vorherige Einwilligung. Laut WKO gilt das Verbot für Werbe-E-Mails und SMS, und die Veröffentlichung deiner Kontaktdaten im Internet zählt nicht als Zustimmung.
Ist ein adressierter Werbebrief erlaubt?
Ja. § 174 TKG regelt Anrufe und elektronische Post, nicht den Brief. Beachte die DSGVO und die Robinsonliste, wenn du Adressen zukaufst.
Gibt es 2026 noch eine Förderung für meine Website?
KMU.DIGITAL 4.0 ist laut kmudigital.at ausgeschöpft. In Niederösterreich läuft bis 31. Dezember 2026 „digi Investition: data“, mit mindestens 5.000 Euro förderbaren Kosten. Ob eine einfache Website darunter fällt, klärst du vorher mit der WKNÖ.
Wie machst du das in deinem Betrieb?
Am Stammtisch tauschen sich heimische Betriebe aus ganz Österreich aus. Trag dich ein und sei von Anfang an dabei.
Quellen
Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 1. November 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung, bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.
- RIS: § 174 TKG 2021, Unerbetene Nachrichten
- WKO: Direktwerbung per E-Mail, SMS, Telefon und Fax
- WKO: Robinsonliste
- Österreichische Post: Info.Post: Flugblatt versenden
- Google Ads-Hilfe: Mehrauslieferung und durchschnittliches Tagesbudget
- KMU.DIGITAL: Startseite (abgerufen 31.10.2026)
- WKO: Niederösterreich: Impulsprogramm digi4Wirtschaft (abgerufen 31.10.2026)
- WKNÖ: Digitalisierungs-Serviceleistungen (abgerufen 1.11.2026)



