Google Ads für kleine Betriebe: So wirbst du mit kleinem Budget in deiner Region
Mit einer sauber eingestellten Suchkampagne erscheinst du genau dann, wenn jemand in deiner Gegend nach deiner Leistung sucht. Ich zeige dir die Einstellungen, auf die es bei kleinem Budget ankommt.
Ja, Google Ads funktioniert auch für kleine Betriebe mit kleinem Budget, wenn du eine Suchkampagne eng auf deine Region, deine Öffnungszeiten und wenige passende Suchbegriffe einstellst. Dann zahlst du nur für Klicks von Menschen, die gerade aktiv nach etwas wie „Installateur Gänserndorf“ suchen, und nicht für Streuverluste quer durch Österreich.
In diesem Artikel gehe ich die wichtigsten Stellschrauben der Reihe nach durch: Kampagnentyp, Standort, Keywords, Werbezeiten, Anruf- und Standort-Assets, Budget, Zielseite und Messung. Alle Angaben zu Funktionen stammen aus der offiziellen Google Ads-Hilfe, die Beispiele aus dem Marchfeld sind erfunden.
Welcher Kampagnentyp passt für einen lokalen Betrieb?
Für den Anfang empfehle ich eine klassische Suchkampagne. Deine Anzeige erscheint dort, wo jemand bereits ein Problem formuliert hat: „Dachrinne reinigen lassen Deutsch-Wagram“ ist eine Anfrage mit klarer Absicht. Bei Display- oder Videokampagnen zeigst du dich Menschen, die gerade etwas ganz anderes machen. Das kann später sinnvoll sein, für den ersten Test ist die Suche aber leichter zu steuern und zu messen.
Halte die Kampagne am Anfang bewusst klein: eine Leistung, ein Gebiet, eine Zielseite. So siehst du nach ein paar Wochen klar, was funktioniert.
Wie stelle ich Google Ads auf meinen Bezirk oder einen Umkreis ein?
Laut Google-Hilfe kannst du ganze Länder, Gebiete innerhalb eines Landes wie Städte oder Regionen und auch einen Umkreis um einen Ort auswählen. Zusätzlich kannst du Gebiete ausschließen, in denen deine Anzeigen nicht erscheinen sollen. Google weist darauf hin, dass die Standortbestimmung auf Signalen wie Geräteeinstellungen beruht und nicht in jeder Situation hundertprozentig genau ist.
Wichtig ist die Option, wen du erreichst. Bei „Präsenz oder Interesse“ siehst du auch Menschen, die sich für deine Region interessieren, aber woanders sind. Google empfiehlt diese breite Einstellung für die Suche. Gleichzeitig nennt Google selbst den Fall, in dem „Präsenz“ besser passt: wenn du nur Nutzer in bestimmten Regionen erreichen willst. Für einen Rauchfangkehrer oder eine Fußpflege, die nur vor Ort arbeitet, ist das meist der Fall.
So geht’s: Wähle deinen Bezirk oder einen Umkreis, den du realistisch anfährst, und stell die Option auf „Präsenz“. Prüf nach zwei Wochen im Bericht zu Standorten, woher die Klicks wirklich kommen.
Welche Keywords und auszuschließenden Keywords brauche ich?
Starte mit einer Handvoll Begriffe, die zeigen, dass jemand einen Auftrag vergeben will: Leistung plus Ort, Leistung plus „Notdienst“ oder „Angebot“. Je genauer, desto weniger Geld fließt in Klicks, die nie zu einer Anfrage werden.
Genauso wichtig sind auszuschließende Keywords. Damit verhinderst du, dass deine Anzeige bei Suchen erscheint, die nicht zu dir passen. Laut Google-Hilfe gibt es dafür weitgehend passende, passende Wortgruppe und genau passende Ausschlüsse. Ein wichtiges Detail: Auszuschließende Keywords erfassen keine ähnlichen Varianten. Wenn du „Job“ ausschließt, solltest du also auch „Jobs“ und Synonyme selbst hinzufügen.
- Jobsuche: Job, Jobs, Lehrstelle, Gehalt, Stellenangebot
- Selbermachen: Anleitung, selber machen, DIY, Video
- Falsche Absicht: gratis, gebraucht, Ausbildung, Kurs
- Fremde Orte: Bezirke oder Städte, die du nicht bedienst
So geht’s: Schau dir nach den ersten Tagen den Bericht „Suchbegriffe“ an und schließe alles aus, was nicht nach Kundschaft klingt.
Zu welchen Uhrzeiten sollen meine Anzeigen laufen?
Standardmäßig laufen Kampagnen den ganzen Tag. Mit dem Werbezeitplaner legst du laut Google bestimmte Uhrzeiten oder Wochentage fest und kannst Gebote für einzelne Zeiten erhöhen oder senken. Google nennt selbst als Beispiel, Anzeigen nur während der Geschäftszeiten zu zeigen, wenn du Anfragen dann am besten bearbeiten kannst.
Für einen Ein-Personen-Betrieb ist das Gold wert: Wer anruft und niemanden erreicht, ruft oft gleich den Nächsten an. Lass die Anzeigen also vor allem dann laufen, wenn du auch abhebst.
Wie bekomme ich Anrufe direkt aus der Anzeige?
Mit einem Anruf-Asset erscheint deine Telefonnummer in der Anzeige. Auf Handys kann man direkt antippen und anrufen, am Computer zeigt Google einen Button, der die Nummer samt QR-Code anzeigt. Laut Google kannst du festlegen, dass die Nummer nur dann erscheint, wenn dein Betrieb Anrufe entgegennehmen kann. Ein Klick auf den Anruf-Button kostet gleich viel wie ein Klick auf die Überschrift.
Mit Standort-Assets zeigt deine Anzeige Adresse, Karte und am Handy die Entfernung zu deinem Betrieb. Dafür verknüpfst du dein Google-Unternehmensprofil mit dem Google Ads-Konto. Anrufberichte mit Google-Weiterleitungsnummern sind laut Google-Hilfe in Österreich derzeit nicht verfügbar. Um Anrufe trotzdem zuzuordnen, fragst du am Telefon kurz nach, wie die Person auf dich gekommen ist, und notierst es in deiner Strichliste.
So geht’s: Richte ein Anruf-Asset mit denselben Zeiten wie deine Werbezeiten ein und verknüpfe dein Unternehmensprofil für Standort-Assets.
Wie viel Budget brauche ich für Google Ads?
Du legst ein durchschnittliches Tagesbudget fest. Laut Google kann eine Kampagne an einzelnen Tagen bis zum Doppelten davon ausgeben, um Schwankungen im Suchvolumen auszugleichen. Über den Monat gerechnet zahlst du aber nicht mehr als das 30,4-Fache deines durchschnittlichen Tagesbudgets. Das gilt laut Google auch, wenn du einen Werbezeitplaner nutzt.
Ein Rechenbeispiel: Eine erfundene Malerin aus Strasshof stellt 10 Euro pro Tag ein. An einem starken Tag können bis zu 20 Euro anfallen, im Monat höchstens 304 Euro. Überleg dir vorher, was dir eine Anfrage wert ist. Wenn aus jeder fünften Anfrage ein Auftrag mit ein paar hundert Euro Deckungsbeitrag wird, kannst du nachrechnen, ab wann sich die Klicks rechnen.
Wohin soll die Anzeige führen und wie messe ich Anfragen?
Schick Klicks nicht auf eine allgemeine Startseite, sondern auf eine Seite, die genau das Versprechen der Anzeige aufgreift: Leistung, Region, ein paar echte Fotos, Telefonnummer und ein kurzes Anfrageformular. Wer „Dachrinne reinigen“ sucht, soll nicht erst durch dein ganzes Angebot klicken müssen.
Ohne Messung weißt du nicht, welche Keywords Anfragen bringen. Google Ads kann laut Hilfe als Conversion zählen, was für dich wichtig ist, etwa Anmeldungen auf der Website, Anrufe direkt aus der Anzeige oder Anrufe über die Nummer auf deiner Website. Für Besucher, die Cookies ablehnen, gibt es den Einwilligungsmodus. Bei der einfachen Variante werden Google-Tags erst nach einer Entscheidung im Cookie-Banner geladen und ohne Zustimmung keine Daten gesendet. Bei der erweiterten Variante laden die Tags sofort und senden ohne Zustimmung nur cookielose Signale. Welche Variante zu deiner Website passt, klärst du am besten mit der Person, die dein Cookie-Banner betreut. Das ist kein Rechtsrat, bei Detailfragen zum Datenschutz hilft dir die WKO weiter.
So geht’s: Leg mindestens zwei Conversions an: abgeschicktes Anfrageformular und Anrufe ab einer sinnvollen Dauer.
Gibt es Local Services Ads in Österreich?
Local Services Ads sind ein eigenes Google-Format, bei dem Dienstleister pro Anfrage statt pro Klick zahlen. Auf Googles Infoseite zu diesem Format steht Österreich in der Länderauswahl des Budgetrechners, und laut Search Engine Land hat Google das Format 2020 für zehn europäische Länder angekündigt, darunter Österreich. Verfügbar ist es aber nur für bestimmte Branchen, vor allem Haus- und Unternehmensdienstleistungen.
Ob deine Branche und deine Region dabei sind, siehst du erst bei der Anmeldung. Ich würde Local Services Ads deshalb als mögliche Ergänzung prüfen, die normale Suchkampagne aber nicht davon abhängig machen.
Klein anfangen: eine Leistung, dein Gebiet mit „Präsenz“, deine Erreichbarkeitszeiten, saubere Ausschlüsse und eine passende Zielseite mit Messung.
Häufige Fragen
Wie viel kostet Google Ads für einen kleinen Betrieb im Monat?
Das bestimmst du selbst über das Tagesbudget. Laut Google zahlst du im Monat höchstens das 30,4-Fache deines durchschnittlichen Tagesbudgets, bei 10 Euro pro Tag also maximal 304 Euro. An einzelnen Tagen kann es bis zum Doppelten gehen.
Kann ich Google Ads nur in meinem Bezirk schalten?
Ja. Du kannst Orte, Regionen oder einen Umkreis auswählen und andere Gebiete ausschließen. Mit der Option „Präsenz“ erreichst du nur Menschen, die sich tatsächlich in deinem Gebiet befinden.
Was sind auszuschließende Keywords bei Google Ads?
Das sind Begriffe, bei denen deine Anzeige nicht erscheinen soll, zum Beispiel „Job“ oder „Anleitung“. Sie erfassen keine ähnlichen Varianten, deshalb solltest du Mehrzahl und Synonyme selbst ergänzen.
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Quellen
Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 27. Oktober 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.
- Google Ads-Hilfe: Location targeting
- Google Ads-Hilfe: Optionen für die Standortausrichtung (Präsenz, Präsenz oder Interesse)
- Google Ads-Hilfe: Auszuschließende Keywords
- Google Ads-Hilfe: Werbezeitplaner
- Google Ads-Hilfe: Why daily costs might exceed your average daily budget
- Google Ads-Hilfe: Anruf-Assets
- Google Ads-Hilfe: Standort-Assets
- Google Ads-Hilfe: Conversion-Tracking
- Google Ads-Hilfe: Einwilligungsmodus
- Search Engine Land: Google takes Local Services Ads to Europe


