Warum deine Website keine Anfragen bringt – und 5 Dinge, die du diese Woche änderst
Meistens liegt es nicht am Design, sondern an fünf Kleinigkeiten. Jede davon kannst du in ein, zwei Stunden selbst angehen.

Eine Website für einen heimischen Betrieb hat im Grunde einen Job: Aus Menschen, die dich suchen, Menschen machen, die dich anrufen oder dir schreiben. Wenn das kaum passiert, denken viele sofort an ein neues Design. In meiner Arbeit als Webdesigner in Gänserndorf sehe ich aber immer wieder, dass es an ganz anderen Stellen hakt.
Besucher müssen in wenigen Sekunden verstehen, ob sie bei dir richtig sind, ob sie dir vertrauen können und wie sie dich erreichen. Genau darum geht es in diesem Artikel. Ich zeige dir fünf Punkte, die du der Reihe nach durchgehen kannst, mit Beispielen aus Niederösterreich und Hinweisen darauf, was Forschung und Google selbst dazu sagen.
1. Die erste Zeile sagt nicht, was du machst
Die Nielsen Norman Group, eines der bekanntesten Forschungsinstitute für Benutzerfreundlichkeit, hat ausgewertet, wie lange Menschen auf Webseiten bleiben. Das Ergebnis: Viele verlassen eine Seite nach 10 bis 20 Sekunden wieder. Wer länger Aufmerksamkeit will, muss laut der Studie innerhalb von 10 Sekunden klar machen, welchen Nutzen er bietet.
Steht ganz oben auf deiner Startseite nur „Willkommen“ oder ein schönes Foto ohne Text, verschenkst du genau diese Sekunden. Jakob Nielsen empfiehlt schon lange, die Startseite mit einer kurzen Zeile zu beginnen, die zusammenfasst, was das Unternehmen macht. Gerade für kleinere, weniger bekannte Betriebe ist das wichtig.
So geht’s: Schreib in die Überschrift ganz oben, was du machst, für wen und wo. Zum Beispiel: „Malerbetrieb in Gänserndorf – Innenräume und Fassaden für Private und Betriebe im Marchfeld“. Darunter ein Satz zum Nutzen und ein Button.
2. Der Kontakt ist schwer zu finden
Wer erst die Unterseite „Kontakt“ suchen muss, gibt oft vorher auf. Dabei ist der Kontakt der Moment, auf den die ganze Website hinarbeitet. Er sollte deshalb nicht nur im Impressum stehen, sondern ganz oben und auf jeder Seite erreichbar sein.
Rechtlich musst du ohnehin Kontaktdaten angeben: Das E-Commerce-Gesetz verlangt laut WKO Angaben, über die man dich rasch und direkt erreichen kann, inklusive E-Mail-Adresse. Eine E-Mail allein reicht dabei nicht, die WKO verweist auf eine OGH-Entscheidung, die eine zweite Möglichkeit wie Telefon oder Kontaktformular verlangt. Wenn die Telefonnummer also schon da ist, mach sie auch gut sichtbar.
So geht’s: Setz Telefonnummer und einen klaren Button wie „Termin anfragen“ in den Kopfbereich. Hinterleg die Nummer als antippbaren Link im internationalen Format, zum Beispiel +43 2282 12345, damit sie am Handy mit einem Tipp wählt.
3. Am Handy ist sie mühsam
Fast alle Menschen in Österreich sind online. Laut Statistik Austria lag die Internetnutzung bei den 16- bis 64-Jährigen in den letzten drei Jahren durchgehend bei rund 97 Prozent, bei den 65- bis 84-Jährigen stieg sie 2025 auf 75 Prozent. Laut StatCounter, einem Dienst, der Seitenaufrufe auswertet, entfielen im September 2026 rund 45 Prozent der Seitenaufrufe in Österreich auf Mobilgeräte.
Auch für Google zählt die Handy-Version: Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version deiner Seite. Was am Handy fehlt, kann Google also schlechter berücksichtigen. Dazu kommt die Ladezeit. Google empfiehlt, dass der größte sichtbare Inhalt einer Seite innerhalb von 2,5 Sekunden geladen ist.
- Schrift ohne Zoomen lesbar?
- Buttons groß genug, dass man sie mit dem Daumen trifft?
- Telefonnummer antippbar?
- Seite in ein paar Sekunden geladen, auch mit mobilen Daten?
- Alle wichtigen Inhalte auch am Handy vorhanden, nicht nur am Computer?
So geht’s: Nimm dein eigenes Handy, ruf deine Seite auf und versuch, dich innerhalb von 30 Sekunden zu kontaktieren. Alles, was dabei hakt, kommt auf deine Liste. Die Ladezeit prüfst du kostenlos mit Google PageSpeed Insights.
4. Es fehlen Belege, dass du gut bist
Die Nielsen Norman Group nennt vier Faktoren, nach denen Menschen die Glaubwürdigkeit einer Website einschätzen: eine sorgfältige Gestaltung, offene Information (etwa Kontaktdaten und Grundpreise), vollständige und aktuelle Inhalte sowie die Verbindung zum Rest des Internets. Gemeint ist damit, dass Leute zusätzlich Bewertungen und andere Quellen prüfen und diesen oft mehr glauben als der Firmenseite selbst.
Für einen kleinen Betrieb heißt das: echte Fotos von echten Arbeiten, ein Gesicht und ein paar Sätze über dich, Bewertungen und ein aktueller Stand. Schon Tippfehler oder kaputte Links wirken laut derselben Quelle negativ auf die Glaubwürdigkeit.
So geht’s: Ersetz Stockfotos durch drei bis fünf Fotos aus deinen letzten Aufträgen, zum Beispiel „Küche in Wolkersdorf, Eiche massiv, 2026“. Stell dich mit Foto vor und verlinke dein Google-Unternehmensprofil, damit Besucher deine Bewertungen sehen.
5. Google weiß nicht, wo du arbeitest
Für lokale Suchergebnisse berücksichtigt Google laut eigener Hilfeseite vor allem drei Dinge: Relevanz, also wie gut dein Profil zur Suche passt, Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit. Ein besseres Ranking lässt sich laut Google nicht kaufen. Was du beeinflussen kannst, sind vollständige, aktuelle Angaben, etwa Leistungen, Adresse und Öffnungszeiten.
Auf deiner Website gilt dasselbe. Wenn deine Leistungen nur auf Bildern stehen und dein Ort nur im Impressum, ist es für Suchmaschinen schwerer, dich einer Suche wie „Tischler Wolkersdorf“ zuzuordnen. Schreib deshalb als normalen Text, was du machst und wo du unterwegs bist.
So geht’s: Ergänze auf der Startseite einen Satz wie „Ich arbeite im ganzen Bezirk Gänserndorf, unter anderem in Deutsch-Wagram, Strasshof und Marchegg.“ Halte Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten auf Website und Google-Profil gleich.
Klar sagen, was du machst, den Kontakt sichtbar machen, am Handy testen, Echtes zeigen und Orte nennen – mehr braucht es für den Anfang nicht.
Häufige Fragen
Brauche ich gleich eine komplett neue Website?
Nicht unbedingt. Viele der Punkte oben, etwa eine klare Überschrift, eine antippbare Telefonnummer oder echte Fotos, lassen sich auf einer bestehenden Seite nachrüsten. Eine neue Website lohnt sich vor allem dann, wenn die alte am Handy kaum bedienbar ist oder du sie selbst nicht mehr ändern kannst.
Wie schnell muss meine Seite laden?
Google empfiehlt, dass der größte sichtbare Inhalt innerhalb von 2,5 Sekunden geladen ist. Ob deine Seite das schafft, zeigt dir das kostenlose Tool PageSpeed Insights. Oft helfen schon kleinere Bilddateien.
Reicht es, wenn meine Kontaktdaten im Impressum stehen?
Für die Pflichtangaben ist das Impressum der richtige Ort. Für Anfragen ist es aber zu versteckt. Zeig Telefonnummer und einen Kontakt-Button zusätzlich gut sichtbar oben auf jeder Seite.
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Quellen
Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 27. Oktober 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.
- Nielsen Norman Group: How Long Do Users Stay on Web Pages?
- Nielsen Norman Group: Top 10 Guidelines for Homepage Usability
- Nielsen Norman Group: Trustworthiness in Web Design: 4 Credibility Factors
- Statistik Austria: Internetnutzung der Altersgruppe 65+ steigt stark (Pressemitteilung, 23.10.2025)
- StatCounter Global Stats: Desktop vs Mobile Market Share Austria
- Google Search Central: Mobile-first Indexing Best Practices
- web.dev (Google): Web Vitals
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking bei Google verbessern
- WKO: Informationspflichten nach dem E-Commerce-Gesetz (ECG)
- web.dev (Google): Click to Call

