Vertrauen

Echte Fotos statt Stockbilder: So zeigst du, was du kannst

Mit dem Handy gute Bilder von deiner Arbeit machen, ohne Fotografen, und dabei die Rechte deiner Kundschaft und deines Teams im Blick behalten.

Lächelnder Tischler bei der Arbeit mit Holz
Kurz gesagtLeg dir am Handy ein Album „Website“ an, sammle dort jede Woche zwei gute Fotos von echter Arbeit und frag vorher immer, wenn Menschen oder fremde Wohnungen zu sehen sind.

Ein Foto von deiner echten Werkstatt sagt mehr als jedes perfekte Stockbild. Wer einen Betrieb sucht, will sehen, wer kommt, wie die Arbeit aussieht und ob das Geschäft so wirkt, wie man es sich vorstellt. Ein austauschbares Bild von lächelnden Models mit Helm beantwortet keine dieser Fragen.

Die gute Nachricht: Für brauchbare Fotos reicht ein aktuelles Handy. In diesem Artikel zeige ich dir, was du fotografieren solltest, wie die Bilder ohne Fotografen gut werden und worauf du achten musst, wenn Menschen oder fremde Wohnungen zu sehen sind.

Warum fremde Bilder ein Risiko sind

Fotos sind urheberrechtlich geschützt, und zwar automatisch ab dem Moment, in dem sie gemacht werden. Ein Bild aus der Google-Bildersuche oder von der Website eines Mitbewerbers einfach auf die eigene Seite zu stellen, ist laut WKO nicht erlaubt. Auch Stockfotos darfst du nur im Rahmen der Lizenz nutzen, die du dafür hast.

Die Folgen können teuer werden. Die WKO beschreibt, dass Rechteinhaber ein Entgelt für die bisherige Nutzung und die Anwaltskosten verlangen können. Fehlt die Nennung des Urhebers, kommt ein Aufschlag von 100 Prozent dazu, und bei schuldhafter Verletzung kann das Doppelte des angemessenen Entgelts fällig werden. Mit eigenen Fotos bist du auf der sicheren Seite und zeigst gleichzeitig, was dich wirklich ausmacht.

Was du fotografieren solltest

Google gibt in seiner Hilfe für Unternehmensprofile ein paar Anregungen, die sich genauso für deine Website eignen. Sie zielen alle in dieselbe Richtung: zeigen, wie es wirklich ist.

  • Außenansicht: dein Geschäft aus jeder Richtung, aus der Kundschaft kommt, gern auch zu verschiedenen Tageszeiten.
  • Innenansicht: so, wie es sich anfühlt, als Kundin oder Kunde im Geschäft zu stehen.
  • Bei der Arbeit: du oder dein Team beim Erbringen der Leistung, besonders bei Spezialarbeiten.
  • Team: ruhig etwas weniger förmlich, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wer da kommt.
  • Produkte: die beliebtesten Stücke, gleichmäßig ausgeleuchtet.

So geht’s: Für Betriebe ohne Geschäftslokal, etwa einen Installateur aus Mistelbach, eignen sich besonders: das Firmenauto, du mit deinem Werkzeug, Vorher-nachher-Bilder und Detailaufnahmen sauber erledigter Arbeit.

So werden Handyfotos gut

Google wünscht sich für Profilfotos Bilder, die scharf und gut belichtet sind und nicht stark bearbeitet oder mit Filtern verfremdet. Das ist auch für deine Website ein guter Maßstab.

Aus meiner Erfahrung machen ein paar einfache Gewohnheiten den größten Unterschied: Wisch vor jedem Foto die Linse ab, die ist bei Handys in der Arbeitshose fast immer verschmiert. Fotografier möglichst bei Tageslicht, ideal ist ein heller, leicht bewölkter Tag oder Licht durch ein Fenster. Pralle Mittagssonne macht harte Schatten, der Blitz macht Farben flach. Halt das Handy gerade, damit Wände und Türstöcke nicht kippen, und räum vorher kurz auf: Kübel, Kabel und Kaffeebecher lenken ab.

Mach lieber fünf Fotos aus leicht unterschiedlichen Positionen als eines. Aussortieren geht später schnell.

Vorher und nachher

Kaum etwas zeigt dein Können so deutlich wie der direkte Vergleich: das abgewohnte Badezimmer und das fertige, der verwilderte Garten und der gepflegte. Damit der Vergleich wirkt, braucht es zwei Bilder aus derselben Position und mit ähnlichem Ausschnitt.

So geht’s: Mach vor jedem Auftrag ein Foto, und merk dir, wo du dabei stehst, etwa „Türrahmen, linke Seite“. Nach der Arbeit stellst du dich genau dorthin und fotografierst noch einmal.

Menschen auf Fotos: erst fragen

Sobald eine Person auf einem Foto erkennbar ist, ist das Bild laut WKO ein personenbezogenes Datum im Sinne der DSGVO. Erkennbar heißt nicht nur am Gesicht, sondern auch an markanter Kleidung oder auffälligen Körpermerkmalen. Grundsätzlich brauchst du die Einwilligung der Person, mündlich oder schriftlich. Widerruft sie die Einwilligung später, musst du das Foto löschen.

Dazu kommt in Österreich der Bildnisschutz im Urheberrechtsgesetz, oft „Recht am eigenen Bild“ genannt: Bilder von Personen dürfen nicht veröffentlicht werden, wenn dadurch berechtigte Interessen der abgebildeten Person verletzt werden. Laut oesterreich.gv.at liegt bei einer nicht genehmigten Verwendung von Personenbildern für Werbezwecke regelmäßig eine solche Verletzung vor. Die WKO rät deshalb, Fotos von Personen nur mit ausdrücklicher Zustimmung zu machen und zu veröffentlichen.

Das gilt auch für dein eigenes Team. Frag deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bevor ihr Foto auf der Website oder im Google-Profil landet, und respektiere ein Nein.

So geht’s: Hol dir die Zustimmung kurz schriftlich, etwa per SMS oder Mail: „Darf ich das Foto von Ihnen und Ihrer neuen Terrasse auf meiner Website und meinem Google-Profil zeigen?“ Ein „Ja, gerne“ als Antwort reicht dir später als Nachweis.

Fotos bei Kundschaft zu Hause

Auch wenn niemand zu sehen ist: Eine Wohnung oder ein Haus ist etwas sehr Persönliches. Ich empfehle dir, vor jedem Foto bei Kundschaft zu fragen, ob du die fertige Arbeit zeigen darfst. Die meisten sagen gern ja, wenn sie merken, dass du sorgsam damit umgehst.

Achte darauf, dass auf dem Bild nichts zu sehen ist, das Rückschlüsse auf die Bewohner zulässt: Familienfotos an der Wand, Post mit Namen, Hausnummer, Autokennzeichen oder ein markanter Blick aus dem Fenster. Wenn du ein Projekt beschreibst, reicht meist der Ort, also „Bad-Sanierung in Korneuburg“, ohne Straße.

Technische Eckdaten fürs Google-Profil

Fürs Google-Unternehmensprofil lädst du Fotos als JPG oder PNG hoch, zwischen 10 KB und 5 MB groß. Empfohlen sind 720 mal 720 Pixel, mindestens 250 mal 250. Videos dürfen bis zu 30 Sekunden lang und bis zu 75 MB groß sein, mit mindestens 720p. Normale Handyfotos erfüllen das problemlos.

Ein Detail lohnt sich besonders: Ist dein Titelbild im Profil von schlechter Qualität, kann Google stattdessen ein Foto anzeigen, das jemand anderer hochgeladen hat. Mit einem guten eigenen Titelbild entscheidest du selbst, welcher erste Eindruck entsteht.

Merk dir

Leg dir am Handy ein Album „Website“ an, sammle dort jede Woche zwei gute Fotos von echter Arbeit und frag vorher immer, wenn Menschen oder fremde Wohnungen zu sehen sind.

Häufige Fragen

Darf ich Stockfotos verwenden?

Ja, wenn du eine passende Lizenz hast und deren Bedingungen einhältst, etwa zur Nennung des Urhebers. Für deinen Betrieb wirken eigene Fotos aber fast immer glaubwürdiger, weil sie zeigen, wer wirklich kommt und wie du arbeitest.

Reicht ein mündliches Ja der Kundschaft?

Laut WKO kann die Einwilligung grundsätzlich mündlich oder schriftlich erteilt werden. Schriftlich, etwa per SMS oder Mail, hast du aber einen Nachweis, falls später jemand nachfragt. Wird die Einwilligung widerrufen, nimmst du das Foto herunter.

Was ist, wenn nur Hände oder der Rücken einer Person zu sehen sind?

Ist die Person weder am Gesicht noch an markanter Kleidung oder Körpermerkmalen erkennbar, ist laut WKO grundsätzlich keine Einwilligung nach DSGVO nötig. Im Zweifel frag trotzdem kurz, das kostet nichts und schafft Vertrauen.

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Quellen

Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 27. Oktober 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.

  1. WKO: Das Urheberrecht bei Fotos
  2. WKO: Abmahnung wegen Nutzung fremder Fotos auf der Website
  3. WKO: FAQ DSGVO für Fotografen
  4. oesterreich.gv.at: Das Recht am eigenen Bild
  5. Google Business Profile Help: Manage your Business Profile photos & videos
  6. Google Business Profile Help: Tips for business-specific photos on your Business Profile
Kenny Trappl
Kenny Trappl

Waldviertler, lebt in Gänserndorf und baut mit Klickfest Websites für heimische Betriebe. Auf Servus Kundschaft schreibt er über alles, was Kundschaft bringt. Mehr über mich

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