Landingpage für kleine Betriebe: eine Seite, ein Angebot, ein Ziel
Wer auf deine Anzeige oder deinen QR-Code reagiert, will genau das Angebot sehen, das er gerade gelesen hat. Eine Landingpage gibt ihm genau das und sonst nichts.
Eine Landingpage ist eine eigene Seite für genau ein Angebot und genau eine Aktion, zum Beispiel „Heizungs-Check im Herbst anfragen“. Sie greift die Botschaft deiner Anzeige oder deines Flyers auf, erklärt kurz den Nutzen, zeigt Belege und endet mit einem einfachen Formular oder einer Telefonnummer. Alles, was davon ablenkt, lässt du weg.
Ich baue solche Seiten als Webdesigner in Gänserndorf oft für konkrete Aktionen: eine Anzeige auf Google, einen QR-Code im Gemeindeblatt oder eine Postwurfsendung. In diesem Artikel zeige ich dir, wie eine gute Landingpage aufgebaut ist, was Google dazu schreibt und wie du am Ende weißt, ob sie etwas gebracht hat.
Was ist der Unterschied zwischen Landingpage und Startseite?
Deine Startseite muss vielen Menschen gerecht werden: Neukunden, Stammkunden, Bewerbern, Lieferanten. Sie hat deshalb ein Menü, mehrere Leistungen und viele Wege. Eine Landingpage dagegen hat nur einen Besucher im Kopf, nämlich den, der gerade auf eine bestimmte Anzeige oder einen bestimmten QR-Code reagiert hat.
Google Ads definiert die Landingpage schlicht als die Seite, auf der Menschen nach einem Klick auf deine Anzeige landen. Wenn diese Seite die Startseite ist, muss der Interessent das passende Angebot erst suchen. Genau an dieser Stelle springen viele wieder ab.
Warum braucht eine Landingpage genau ein Ziel?
Jede Entscheidung, die du dem Besucher abnimmst, macht den nächsten Schritt leichter. Eine Landingpage hat deshalb eine einzige gewünschte Handlung: anrufen, Formular ausfüllen oder Termin buchen. Ein Ziel bedeutet nicht, dass der Button nur einmal vorkommen darf. Er kann oben, in der Mitte und unten stehen, solange er immer zum selben Ziel führt.
Google nennt für die Landingpage-Erfahrung bei Anzeigen unter anderem die Nützlichkeit und Relevanz der Inhalte, die einfache Navigation und die Anzahl der Links auf der Seite. Weniger Ablenkung ist also nicht nur für Menschen angenehmer, sondern passt auch zu dem, was Google bewertet.
So geht’s: Schreib den Satz „Wer diese Seite besucht, soll am Ende …“ auf und ergänze ihn mit genau einer Handlung. Alles auf der Seite muss diesem Satz dienen.
Was bedeutet Message Match?
Message Match heißt: Die Landingpage sagt dasselbe wie das, worauf der Besucher reagiert hat. Wer in der Gemeindezeitung „Fensterputz für Firmen im Marchfeld“ liest und den QR-Code scannt, muss oben auf der Seite genau diese Worte wiederfinden, nicht „Willkommen bei Reinigung Musterglanz“.
Google schreibt in der Ads-Hilfe, dass Landingpages mit besserer Bewertung meist gut organisiert sind und Text enthalten, der zu den Suchbegriffen passt. Zu den Faktoren zählt Google auch die Erwartung, die Nutzer durch die angeklickte Anzeige haben. Überschrift, Bild und Angebot sollten deshalb direkt an Anzeige oder Flyer anknüpfen.
Wie ist eine gute Landingpage aufgebaut?
Für kleine Betriebe hat sich bei mir ein einfacher Ablauf bewährt, den du von oben nach unten lesen kannst wie ein Verkaufsgespräch. Ein fiktives Beispiel: Ein Rauchfangkehrer aus Deutsch-Wagram bewirbt im Herbst einen Kaminofen-Check.
- Überschrift mit Angebot und Ort: „Kaminofen-Check in Deutsch-Wagram und Umgebung“
- Ein Satz zum Nutzen: sicher in die Heizsaison, Termin noch im Oktober
- Button oder Telefonnummer gleich im ersten sichtbaren Bereich
- Drei bis fünf kurze Punkte: was gemacht wird, wie lange es dauert, was es kostet oder ab wann
- Vertrauen: Foto von dir, echte Bewertungen, Gewerbeberechtigung, Referenzen aus der Region
- Kurzer Ablauf: anfragen, Termin bekommen, erledigt
- Formular und nochmals die Telefonnummer am Ende
- Impressum und Datenschutzerklärung als Links im Fußbereich
Wie viele Felder braucht das Formular?
So wenige wie möglich. Für eine erste Anfrage reichen meist Name, Telefonnummer oder E-Mail und ein Feld für die Nachricht. Alles Weitere klärst du im Gespräch. Das passt auch zum Grundsatz der Datenminimierung aus der Datenschutz-Grundverordnung, den die WKO in ihren Unterlagen zu den Datenschutz-Grundsätzen aufführt. Zu den Informationspflichten zählen laut WKO unter anderem Zweck und Rechtsgrundlage der Verarbeitung sowie die Speicherdauer. Diese Angaben gehören in deine Datenschutzerklärung, die vom Formular aus erreichbar sein sollte.
Wie viel gutes Formular-Design bringt, zeigt eine Studie von Mirjam Seckler und Kollegen aus dem Jahr 2014, die auch bei Google Research veröffentlicht ist: 65 Testpersonen füllten echte Formulare aus, einmal im Original und einmal nach 20 Gestaltungsregeln verbessert. Mit den verbesserten Formularen waren sie schneller, brauchten weniger Absendeversuche und waren zufriedener.
So geht’s: Streich in deinem Formular jedes Feld, das du für den ersten Rückruf nicht wirklich brauchst. Schreib über jedes Feld eine klare Beschriftung und auf den Button, was passiert, etwa „Termin anfragen“ statt „Absenden“.
Worauf muss ich am Handy achten?
Wer einen QR-Code scannt, ist per Definition am Handy. Die Seite muss deshalb am kleinen Bildschirm funktionieren: lesbare Schrift, große Buttons, eine antippbare Telefonnummer und kurze Ladezeiten. Wenig Bilder in vernünftiger Dateigröße helfen dabei mehr als jede Animation.
Teste die Seite selbst auf deinem eigenen Handy, am besten mit mobilen Daten statt WLAN. Scanne den QR-Code aus dem gedruckten Probeexemplar, bevor die Auflage in Druck geht.
Wie messe ich, ob die Landingpage etwas bringt?
Damit du weißt, welche Anfragen von welcher Aktion kommen, hängst du an den Link sogenannte UTM-Parameter. Google Analytics empfiehlt, immer utm_source, utm_medium und utm_campaign zu verwenden und die Werte durchgehend kleinzuschreiben, weil Groß- und Kleinschreibung unterschieden wird. Für den QR-Code in der Gemeindezeitung könnte das so aussehen: deine-seite.at/kaminofen?utm_source=gemeindezeitung&utm_medium=print&utm_campaign=kaminofen-herbst.
Zusätzlich kannst du für jede Aktion eine eigene Landingpage-Adresse verwenden. Dann siehst du schon an den Seitenaufrufen, welcher Kanal Besucher bringt. Und frag bei jeder Anfrage nach, wie die Person auf dich gekommen ist. Für Messwerkzeuge auf der Website gilt in Österreich: Nicht notwendige Cookies brauchen eine Einwilligung. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über das Messen von Anfragen.
Eine Landingpage wiederholt das Versprechen der Anzeige, beweist es mit Echtem und macht den nächsten Schritt so leicht wie möglich.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Landingpage eine eigene Domain?
Nein. Eine Unterseite deiner bestehenden Website, etwa deine-seite.at/kaminofen, reicht völlig und profitiert von deinem bekannten Namen. Eine eigene Domain macht nur Sinn, wenn du sie gut auf Plakaten oder im Radio nennen willst.
Soll die Landingpage ein Menü haben?
Am besten ein stark reduziertes oder gar keins. Google zählt die Anzahl der Links und die Navigation zu den Faktoren der Landingpage-Erfahrung. Impressum und Datenschutzerklärung müssen aber erreichbar bleiben, zum Beispiel im Fußbereich.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, wie es braucht, um die typischen Fragen zu beantworten, und keinen Absatz länger. Für ein einfaches Angebot wie einen Service-Termin reicht oft eine Bildschirmhöhe plus ein paar Punkte darunter. Bei teureren Leistungen dürfen Ablauf, Referenzen und Preise ausführlicher sein.
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Quellen
Alle Angaben habe ich mit diesen Quellen geprüft (Stand: 27. Oktober 2026). Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Detailfragen hilft die Wirtschaftskammer.
- Google Ads-Hilfe: Landing page: Definition
- Google Ads-Hilfe: Landing page experience: Definition
- Google Search Ads 360-Hilfe: Landing page experience
- Google Research (Seckler et al., CHI 2014): Designing Usable Web Forms: Empirical Evaluation of Web Form Improvement Guidelines
- WKO: Datenschutz und Datenverarbeitung
- Google Analytics-Hilfe: URL builders: Collect campaign data with custom URLs
- Österreichische Datenschutzbehörde: FAQ zum Thema Cookies und Datenschutz

